KGV BLUMENAUE E.V.

Mut zum Urlaub - im Kleingarten

Quelle: "Gartenfreund", Verlag W. Wächter, Bremen

Sommerzeit Mut zum Urlaub – im Kleingarten

– Urlaubszeit. Wer freut sich nicht auf seinen Urlaub und auf die Planungen, wohin es gehen und was gemacht werden soll. Für einige bedeutet Urlaub, sich „den Duft der weiten Welt“ um die Nase wehen zu lassen. Die meisten von uns sind jedoch gezwungen, die ersehnte Auszeit primär nach den Möglichkeiten des Geldbeutels zu gestalten. Weniger ist dabei oft mehr, denn das Gute kann unmittelbar vor der eigenen Haustür liegen.

Das gilt zumindest für die Gartenfreunde, denn immerhin nennen über eine Million Familien einen Kleingarten ihr Eigen, den sie bewirtschaften und zum kurzfristigen Verweilen nutzen – eine Feier mit Freunden sowie gelegentliches Übernachten eingeschlossen!

Doch das ist nicht alles. Ein Kleingarten bietet Potenziale, die vielleicht noch gar nicht ausgeschöpft sind, wie z.B. „Urlaub auf der Parzelle!“

Gerade jetzt, in einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Rezession und Zeiten eines sich wieder einmal ungünstig entwickelnden Arbeitsmarktes, kann es nur vernünftig sein, das verfügbare Einkommen genau zu überprüfen, bevor Ausgaben getätigt werden. Wenn es dann noch gelingt, die Haushaltskasse zu entlasten, ohne auf den Urlaub – z.B. gemeinsam mit der Familie – zu verzichten, bleibt ein wichtiges Stück Lebensqualität erhalten.

Ohne Zeit- und Arbeitsdruck lässt es sich viel besser entspannen. Die Kinder können in der Kleingartenanlage ohne Gefährdungen herumtollen und dürfen auch einmal später schlafen gehen, denn der Weg zurück in die Wohnung bleibt erspart.

Der „Klönschnack“ mit den Nachbarn, das Genießen der Mittagsruhe auf der Liege und selbst das Nacharbeiten im Garten, weil vor dem Urlaub, unter der Woche, nicht viel Zeit geblieben ist, verläuft stressfrei: Es geht eben nicht gleich wieder nach Hause oder zur Arbeit!

Wie aber steht es mit der Stressfreiheit gegenüber Vereinsvorständen, die darauf hinweisen, dass ein längerer Aufenthalt mit mehrfachen Übernachtungen im Garten an die Grenzen des Zulässigen stößt? Es ist nicht auszuschließen, dass ein derartiges Ansinnen den Adrenalinspiegel bei den meisten Gartenfreunden leicht ansteigen lässt. Hier heißt es jedoch Ruhe zu bewahren und freundlich zu reagieren.

Mit dem Positionspapier „Für ein nachhaltiges Kleingartenwesen“ aus dem Jahr 2007 nimmt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) bereits auf die sich rasch verändernden soziologischen Strukturen Bezug und verweist auf neue Nutzungskonzepte für Kleingärten und Kleingartenanlagen. Dabei wird, neben anderen, auch der Erholungsaspekt hervorgehoben. Soll darüber hinaus der jeweiligen individuellen Situation des einzelnen Pächters mehr Raum gegeben werden, wie es in den „Leitlinien der Gartenamtsleiterkonferenz“ zum Ausdruck kommt, gehört der Urlaub im Kleingarten einfach dazu!

Halten wir es also mit Dr. Achim Friedrich, dem Präsidenten des BDG, für den es gilt, die Spielräume, die das Bundeskleingartengesetz bietet, auszufüllen.

Urlaub im Kleingarten ist nicht verboten. Über die zeitliche Dimension lässt sich sicherlich – vor allem auf kommunaler und Vereinsebene – diskutieren. Dabei sollte es möglich sein, mit den Vorständen der Vereine einen gemeinsamen Nenner zu finden. Gegebenenfalls kann mit Nachdruck auf die soeben zitierten „Spielräume“ verwiesen werden.

In diesem Sinne: Einen schönen Aufenthalt im Garten und gute Erholung!

Dietmar Klepatz,
Geschäftsführer des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen

 


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